Die Logistik als Mangelwirtschaft

Das Problem ist nicht neu. Schon Heinrich Heine stellte vor knapp 200 Jahren fest: „Mal fehlt uns der Wein, mal fehlt uns der Becher.“ Das Fehlen von Wein könnte man als Luxusproblem abtun, das der Volkswirtschaft wenig schadet. Aber aktuell fehlen der Industrie und den Konsumenten keine alkoholischen Getränke, sondern so essentielle Güter wie Mikrochips und Kunststoffgranulat. Deshalb werden Kunststoffverpackungen teurer und knapper. Auch bei Papier und Pappe gibt es Engpässe – schon fehlen im Einzelhandel Papiertüten. Und Container, die universellen Transportbehälter des Welthandels, sind seit Monaten rar.

Die Aufgabe: Logistik und Verpackung neu denken

Die aktuelle „Mangelwirtschaft“ in Logistik, Distribution und Verpackung hat mehrere Gründe, von denen die Corona-Pandemie nur einer ist. Für die produzierende Wirtschaft heißt das: Vorhandene Verpackungs- und Logistikkonzepte sollten auf ihre Anfälligkeit bzw. ihre Stabilität geprüft oder neu gedacht werden – das ist die Aufgabe. Sie ist umso wichtiger, als auch andere Faktoren eine Veränderung erzwingen. Alle voran stehen hier die Gesetzgebung und der Kundenwunsch, nachhaltige und klimaschonende Prozesse zu etablieren.

Bei der Neugestaltung bzw. Anpassung der Logistikprozesse sind deshalb viele Faktoren zu berücksichtigen, und alle Eventualitäten kann man nicht im Blick haben: Wer hätte vorausgesehen, dass aktuell Papier in Verpackungsqualität knapp ist? Dass sich (Luft-)Frachtraten schnell vervielfachen und kaum ein internationaler Seetransport ohne Verzögerung stattfindet? Wohl niemand. Und dass wir nun mit diesen Problemen kämpfen, hat auch damit zu tun, dass der komplexe und durchgetaktete Welthandel einschließlich der Verfügbarkeit von Verpackungsmaterial sehr anfällig ist.

Kurze Lieferketten sind keine Lösung

Auf den ersten Blick bieten sich kurze Lieferketten als Lösung an – bei einigen Produkten mag das sinnvoll sein. Aber die Volkswirte weisen auch darauf hin, dass die globale Arbeitsteilung in hohem Maße Kosten senkt. Ein Verzicht auf die Fertigung z.B. in Asien würde die in Deutschland angebotenen Waren erheblich verteuern. Die Arbeitsteilung hat sich eingespielt.

Vorsprung durch Information

So oder so: Die EMPACK bietet den Entscheidern und Industrie und Handel die Gelegenheit, sich umfassend zu informieren und alternative Verpackungskonzepte kennenzulernen. Und auf der Logistics & Distribution zeigen qualifizierte Aussteller neue Produkte, Lösungen und Dienstleistungen zur Optimierung der Logistik-Kette.

Damit machen die regionalen Fachmessen deutlich, dass es viele „Stellschrauben“ zur Stärkung der innerbetrieblichen Logistik (einschließlich der Verpackung) und der Distribution gibt – und das gleich zweimal: Im Januar 2022 in Hamburg und im Mai 2022 in Dortmund.

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