Kommissionieren 4.0

Datenbrillen und Handschuhscanner sind die markantesten Beispiele für „Wearables“ in der Industrie. Der Mini-Scanner bringt die Digitalisierung bis zum Handrücken des Kommissionierpersonals. Das bietet klare Vorteile. Beim Kommissionieren bleibt die vollständige Automation oft Wunschdenken – aus zwei Gründen. Erstens sind die Produkte bzw. die Verpackungen zu heterogen. Zweitens möchte der Anwender flexibel bleiben, weil sich das Produktspektrum immer schneller ändert.

Immer zur Hand: Der Scanner

Deshalb entscheiden sich viele Unternehmen für die „hybride“ Automation. Seit langem bewährt sind die „Pick-to-light“-Systeme sowie Stapler und Kommissionier-Fahrzeuge mit fest montierten Scannern. Jünger, aber auch schon häufig im Gebrauch sind miniaturisierte Scanner, die mit einem Handschuh an der Hand des Bedieners befestigt sind. Er muss also nur die Hand in die Richtung des zu scannenden Behälters oder Packstücks bewegen und einen Scan-Befehl auslösen.

Nicola Pavlovic

Marketing Project Manager, Easyfairs Deutschland GmbH, München

Es geht noch kompakter

Dass es sogar noch kompakter geht, zeigen neueste Entwicklungen. Der Handschuh wurde zur Manschette geschrumpft, und der Scanner ist nochmals kleiner geworden. Einige Logistikunternehmen verwenden stattdessen Datenbrillen und kommissionieren nach dem Prinzip „Pick by vision“. Dabei wird das Konzept der „Augmented Reality“ (AR) genutzt. 

Ziel: Durchgängiger Datenfluss

Die kleinen Helfer in der Manschette oder die AR-Brille sind kein Selbstzweck. Ziel ist es, den Datenfluss aus dem Lagerverwaltungssystem (LVS) oder dem ERP bis ans Produkt zu bringen. Der Bediener erhält z.B. einen Kommissionierbefehl, quittiert ihn und das LVS weiß in derselben Sekunde, dass das Packstück auf dem Weg zum Warenausgang ist.

Information vom Point-of-use

Der in den Handschuh integrierte Scanner liefert also Ad-hoc-Informationen aus dem Lager oder der Kommissionierzone. Die Informationen werden von der Software verarbeitet, die einschlägigen Anbieter wie active logistics, AISCI Ident, CIM, Coglas, Feig und proLogistik für die Steuerung der Intralogistik entwickelt haben. Diese und weitere Software-Anbieter stellen auf der Logistics & Distribution aus und haben großes Interesse daran, die Infos aus ihrer Software möglichst umfassend und direkt vor Ort zur Verfügung zu stellen.

Warten auf die (Logistik-)Messen

Anwender, die diese Technologie nutzen möchten, haben pandemiebedingt aktuell leider nicht die Möglichkeit, eine Logistikmesse zu besuchen, dort verschiedene „Wearables“ in Augenschein zu nehmen und das Gespräch mit Experten zu suchen. Sie sind auf andere Informationsquellen angewiesen, wenn sie sich ein Bild von dieser Technologie machen möchten.

Sie können aber darauf bauen, dass das Messegeschehen bald Fahrt aufnimmt. Für die EMPACK und die „Logistics & Distribution“ gilt das sogar doppelt. Denn noch vor dem Dortmunder Event im Mai 2022 gibt es im Januar 2022 eine Premiere: Dann finden beide Messen zeitgleich in Hamburg und damit einem Zentrum der Logistikindustrie statt.

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